Auf Pinterest suchen Menschen gezielt nach Ideen für ihren nächsten Kauf. Für Shops mit Mode, Deko und Accessoires ist die Plattform deshalb einer der naheliegendsten Kanäle in den USA und Europa. Hier erfährst du, wie du Pinterest Ads für einen Shopify-Shop startest: vom Business-Konto und Katalog über die ersten Kampagnen bis zu Budget und Zahlung. Am Ende wartet eine Checkliste, die du vor dem Start durchgehen kannst.
Schritt 01Ein Business-Konto und ein Shop, der die Prüfung besteht
Werbung auf Pinterest läuft nur über ein Business-Konto. Du kannst es neu anlegen oder dein normales Profil in ein Business-Konto umwandeln. Leg direkt Land und Zahlungswährung fest: Laut Pinterest-Hilfe lässt sich die Währung später nicht mehr ändern - dann brauchst du ein komplett neues Werbekonto.
Hast du eine LLC in den USA, registrierst du das Konto am besten auf die Firma und wählst USD. Das macht sowohl die Zahlung als auch die Steuerunterlagen einfacher.
Bevor du den Katalog anbindest, nimm deinen Shop selbst unter die Lupe. In den Händlerrichtlinien verlangt Pinterest ausdrücklich:
- eine verständliche, leicht auffindbare Rückgaberichtlinie - ob du Retouren annimmst, wie sie ablaufen, in welchen Fristen und wie man dich erreicht;
- eine hochwertige Website und Produktseiten ohne kaputte Links und halbfertige Bereiche;
- freien Zugang zu den Produkten ohne Registrierungspflicht;
- ehrliche Erwartungen bei Preis, Qualität und Lieferzeit.
Affiliate-Seiten und Großhandelsshops sind nach diesen Regeln ausgeschlossen. Wirken deine Produktseiten noch unfertig, bring sie zuerst auf Vordermann - dabei hilft dir unser Artikel zur Optimierung der Produktseite in Shopify.
Schritt 02Die Pinterest-App für Shopify und die Katalog-Synchronisierung
Als Nächstes installierst du die offizielle App Pinterest für Shopify. Sie ist kostenlos, du zahlst nur für die Werbung selbst, abgerechnet wird in Dollar. Zum Zeitpunkt des Schreibens hat die App eine Bewertung von 4,1 bei 1.708 Rezensionen.
Der Ablauf ist simpel:
- Installiere die App aus dem Shopify App Store und melde dich mit deinem Pinterest-Business-Konto an.
- Bestätige die Domain deines Shops - die App fordert dich dazu auf.
- Erlaube den Upload des Katalogs. Aus deinen Produkten werden Produkt-Pins, aus denen später die Shopping-Anzeigen entstehen.
- Warte, bis der Katalog geprüft ist. Status und Fehler zu einzelnen Produkten findest du im Ads Manager im Bereich Kataloge.
Wie oft der Feed aktualisiert wird, beschreibt Pinterest nicht einheitlich: Auf der App-Seite ist mal von täglicher Aktualisierung, mal von einem Upload „nahezu in Echtzeit“ die Rede. Händler berichten in den Rezensionen, dass Änderungen bis zu 24 Stunden brauchen können. Denk daran, wenn du vor einem Sale die Preise anpasst.
Pinterest selbst verlangt, dass Preis und Verfügbarkeit im Katalog nicht älter als sieben Tage sind. Ausverkaufte Produkte blendest du besser in Shopify aus, statt sie im Feed zu lassen.
Schritt 03Pinterest Tag und Conversions API
Ohne Conversion-Tracking funktioniert Werbung auf Verkäufe nicht: Der Algorithmus hat nichts, woraus er lernen kann. Die Shopify-App installiert den Pinterest Tag und bindet die Conversions API an - einen zweiten Kanal, der Events direkt vom Server überträgt und weniger anfällig für Werbeblocker im Browser ist.
Prüf nach der Installation, ob die Events wirklich ankommen: Seitenaufruf, In den Warenkorb, Checkout. Am zuverlässigsten ist eine Testbestellung - danach schaust du im Ads Manager nach, ob das Kauf-Event aufgetaucht ist.
Den Tag brauchst du außerdem fürs Retargeting. Darauf basieren Zielgruppen aus Leuten, die sich Produkte angesehen, etwas in den Warenkorb gelegt oder schon gekauft haben. Je früher du ihn einrichtest, desto größer sind diese Listen zum Kampagnenstart.
Schritt 04Welche Kampagnen sich lohnen: Shopping, Performance+ und Retargeting
Für einen Shop gibt es drei bewährte Varianten, die sich gut kombinieren lassen.
Shopping-Anzeigen aus dem Katalog
Die Anzeigen werden automatisch aus den Produkten im Feed erstellt. Du wählst das Ziel „Sales“ und eine Produktgruppe: den ganzen Katalog oder zum Beispiel nur die Bestseller. Für den Anfang nimmst du besser 10-30 deiner meistverkauften Artikel statt des kompletten Sortiments.
Performance+
Das ist ein automatisierter Modus, in dem Pinterest Zielgruppen, Gebote und Creatives selbst auswählt. Laut Pinterest-Hilfe steht er für die Ziele „Consideration“, „Leads“ und „Sales“ zur Verfügung. In Sales-Kampagnen nutzt Performance+ immer den gesamten Katalog, eine einzelne Produktgruppe kannst du nicht auswählen. Außerdem kann der Modus Bildhintergründe austauschen und Größen an die Formate anpassen.
Einen Haken gibt es: Laut Pinterest funktioniert Performance+ für Sales am besten ab 50 Conversions pro Woche. Ein neuer Shop kommt da meist nicht hin, deshalb rät Pinterest selbst, mit einer Consideration-Kampagne (Traffic) zu starten und erst zu Performance+ zu wechseln, wenn genug Daten gesammelt sind.
Retargeting
Anzeigen für alle, die schon auf deiner Website waren. Am besten trennst du die Zielgruppen: abgebrochene Warenkörbe auf der einen, reine Besucher auf der anderen Seite. Die Warenkorb-Abbrecher sind am „heißesten“ - hier darfst du mehr ausgeben.
Schritt 05Startbudget und woran du erkennst, dass die Werbung funktioniert
Ein offizielles Mindestbudget für Performance+ nennt Pinterest nicht, du kannst jeden Betrag einstellen. Mit Kleckerbeträgen lernt der Algorithmus aber nichts. Richtwerte aus dem Guide von EasyApps für Shopify:
- Start - 20-50 Dollar pro Tag für 2-3 Kampagnen;
- Verteilung - etwa 60 % für neue Zielgruppen und 40 % fürs Retargeting;
- Lernphase - 2-4 Wochen, in dieser Zeit lässt du die Kampagnen am besten in Ruhe;
- Skalierung - höchstens 20-30 % mehr Budget pro Woche, sonst startet die Lernphase von vorn.
Lass die Gebote am Anfang auf automatisch. Manuelle Gebote lohnen sich erst, wenn du deine maximal vertretbaren Kosten pro Kauf kennst.
Worauf du in den Berichten achten solltest: Kosten pro Kauf (CPA), ROAS (Umsatz pro Werbedollar) und den Anteil der Warenkorb-Hinzufügungen. Derselbe Guide nennt einen ROAS von 2-3 zum Start und 4-5 nach der Optimierung als normal - das ist aber ein Branchenwert, kein Versprechen. Berechne deinen eigenen Break-even anhand deiner Marge, der zählt mehr als jeder Durchschnittswert.
Und schau nicht nur auf Klicks. Auf Pinterest merken sich Nutzer einen Pin oft und kaufen erst ein paar Tage später. Vergleiche deshalb Attributionsfenster von 7 und 30 Tagen, inklusive View-Through-Conversions.
Schritt 06Werbung mit einer Karte aus der GUS bezahlen
Genau hier hängen die meisten fest. Pinterest akzeptiert nicht Karten aus jedem Land, sondern nur solche, die in den Ländern auf der Seite Accepted payments ausgegeben wurden. Zum Zeitpunkt des Schreibens steht aus der GUS und den Nachbarländern Georgien auf der Liste, Russland, Belarus, Kasachstan, Usbekistan, Armenien, Aserbaidschan, Kirgisistan, Moldau und die Ukraine dagegen nicht. Die Liste ändert sich, prüf sie also, bevor du eine Karte hinterlegst.
Was du zur Zahlung wissen solltest:
- akzeptiert werden Visa und Mastercard, Kredit- und Debitkarten, außerdem Karten von Wise und Revolut;
- Prepaid-Karten und PayPal werden nicht akzeptiert;
- die erste Abbuchung erfolgt, sobald 50 Dollar Ausgaben zusammengekommen sind, oder am 1. des Folgemonats; danach steigt die Schwelle mit jeder erfolgreichen Zahlung (Hilfe zur Abrechnung).
Der praktikable Weg für Unternehmer aus der GUS: mit einer Karte zahlen, die in einem Land von der Liste auf deinen Namen oder deine Firma ausgestellt wurde. Etwa mit einer Firmenkarte einer US-Bank, wenn du eine LLC hast, oder mit der Karte einer georgischen Bank. Wie du solche Karten bekommst, haben wir im Artikel wie du aus Russland und Belarus eine Online-Karte eröffnest erklärt.
Schritt 07Warum Katalog und Anzeigen abgelehnt werden
Die Gründe für einzelne Produkte siehst du im Ads Manager im Katalogbereich in der Problemliste. Laut den Pinterest-Richtlinien und Diskussionen in der Händler-Community sind das die häufigsten:
- Keine klare Rückgaberichtlinie. Selbst wenn es eine gibt, sie aber versteckt ist, findet die Prüfung sie womöglich nicht. Verlinke sie im Footer und auf der Produktseite.
- Die Website genügt den Qualitätsansprüchen nicht. Fehler in den Texten, leere Seiten, kaputte Links, unscharfe Fotos.
- Dauerrabatt. Händler bekommen eine Ablehnung mit der Begründung, dass die Produkte ständig im Angebot sind. Ein durchgestrichener Preis im gesamten Katalog, und das das ganze Jahr über, wirkt verdächtig.
- Preis oder Verfügbarkeit stimmen nicht überein. Im Feed steht etwas anderes als auf der Website - das Produkt wird abgelehnt.
- Nutzerbeschwerden und verbotene Produktkategorien.
Dropshipping ist ein Thema für sich: Laut Richtlinien ist es nicht ausdrücklich verboten, aber bei solchen Shops werden häufiger Probleme mit Versand und Retouren festgestellt. Gib ehrlich die tatsächlichen Lieferzeiten an. Wenn du in die USA lieferst, beachte auch die neuen Zollregeln - mehr dazu im Artikel über Zölle auf Pakete in die USA.
Bevor du Einspruch einlegst, behebe wirklich alles. Händlern zufolge ist die Zahl der Versuche begrenzt, und nach mehreren Ablehnungen kannst du keinen neuen Einspruch mehr einreichen.
FazitCheckliste vor dem Start
- Pinterest-Business-Konto angelegt, Land und Währung richtig gewählt.
- Auf der Website gibt es eine klare Rückgabe- und Versandrichtlinie sowie Kontaktdaten, keine kaputten Links und keine leeren Seiten.
- Pinterest-App für Shopify installiert, Domain bestätigt, Katalog hochgeladen und geprüft.
- Pinterest Tag und Conversions API übertragen Events, der Testkauf ist im Ads Manager sichtbar.
- Eine Karte hinterlegt, die in einem Land von der Pinterest-Liste ausgegeben wurde und keine Prepaid-Karte ist.
- 2-3 Kampagnen laufen: Shopping für Bestseller, Traffic oder Performance+, Retargeting.
- Budget mit Puffer für 2-4 Wochen Lernphase eingeplant, Break-even-ROAS berechnet.
Geh die Liste der Reihe nach durch - und in ein paar Wochen hast du die ersten Daten für fundierte Entscheidungen. Wenn du bei einem Schritt nicht weiterkommst, vor allem bei der Zahlung oder der Shop-Prüfung, schreib uns.
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